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Nationalsozialismus: Unterschied zwischen den Versionen

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* 1.000 Reichsmark als Ehestandsdarlehen bei Eheschließung
* 1.000 Reichsmark als Ehestandsdarlehen bei Eheschließung
* Bedingung: Ehefrau darf nicht arbeiten
* Bedingung: Ehefrau darf nicht arbeiten
== Widerstand im 3. Reich ==
=== Widerstandsgruppen ===
==== Rote Kapelle ====
* Lose Netzwerke aus überlappenden Freundeskreisen verscheidener sozialer und politischer Milieus
* Wichtige Teilgruppen um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen
* Ziel: Ausland über drohende Kriegsgefahr informieren
* Ergebnis: 1942: Verhaftung von 120 Mitgliedern und 49 Hinrichtungen

Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 10:19 Uhr


Phasen der Machtergreifung

1. Phase

30. Januar 1933

  • Erste Regierung unter Führung der NSDAP
  • Hitler wird Reichskanzler
  • Frick wird Innenminister
  • Hermann Göring wird Minister ohne Geschäftsbereich und gleichzeitig preußischer Innenminister
    • → Befehlsgewalt über die Polizei

2. Phase

17. Februar 1933

  • Schießbefehl von Göring an die Polizei
  • Gewaltsames Vorgehen gegen Linke und Andersdenkende wurde legalisiert

3. Phase

27. Februar 1933

  • Reichstagsbrand

28. Februar 1933

  • Notverordnung nach Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung zum Schutz von Volk und Staat und zur Abwehr kommunistischer Gewaltakte
  • Inhalte:
    • Grundrechte werden außer Kraft gesetzt
    • Kommunistische Presse wird verboten
    • Verhaftung von KPD- und SPD-Mitgliedern
    • Reichstagsmandate der KPD werden annulliert
    • Ab 20.03.: Beginn der Errichtung des ersten KZs bei Dachau (Nähe München)

4. Phase

23. März 1933

  • Ermächtigungsgesetz
  • Inhalte/ Auswirkungen:
    • Reichsregierung bekommt Recht für 4 Jahre Gesetze ohne Zustimmung von Parlament und Reichsrat zu erlassen → Selbstentmachtung der Parlamentes
      • Grundlage für Alleinherrschaft der NSDAP
    • Konzentration der Staatsgewalt auf die Exekutive
    • Aufhebung der Gewaltenteilung (zw. Legislative und Exekutive)
    • Gesetze müssen nicht (immer) mit der WRV übereinstimmen
    • Rechte des Reichspräsidenten bleiben unberührt
    • Gesetze treten mit ihrer Verkündung in Kraft
    • Weimarer Reichsverfassung zwar nicht außer Kraft gesetzt, aber praktisch kann über sie hinweg regiert werden

5. Phase

1. Halbjahr 1933

  • Gleichschaltung in Staat und Gesellschaft
  • Ausgehend vom 31.03.1933: "Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich"
  • Länder verloren ihre Selbstständigkeit (d.h. Beseitigung des Föderalismus)
  • Verbot aller Parteien (außer der NSDAP)
  • Zerschlagung und Verbot der Gewerkschaften
  • Errichtung weiterer KZs
  • Beginn von Gleichförmigkeit und Gleichzeitigkeit (→ siehe Alltag im NS-Staat)

6. Phase

30. Juni 1934

  • Röhm-Putsch (Ernst Röhm: SA-Führer)
  • SA-Führung wurde ermordet (Röhm und ca. 200 weitere Personen)
  • SA wird Hitler unterstellt

7. Phase

2. August 1934

  • Hindenburg stirbt
  • Hitler wird zum Reichspräsidenten ernannt
  • Reichswehr wird am selben Tag auf Hitler vereidigt
  • Errichtung der Diktatur abgeschlossen

Organisationen des NS-Staates

SA (Sturmabteilung)

  • Ausübung von Terror; Terrorisierung politischer Gegner und Juden
  • Politische Kampfgruppe; später paramilitärische Organisation
  • Wachpersonal für KZs
  • Röhm-Putsch 1934; Ermordung der SA-Spitze und Entmachtung

SS (Schutzstaffel)

  • ab 1925: Schutz von Hitler und anderen Parteifunktionären/ persönliche Leibwache
  • ab 1934: alleinige Zuständigkeit für KZs
    • dazu bewaffnete Wachmannschaften (SS-Totenkopfverbände)
  • Später auch militärische Truppen und Division der Waffen-SS

GESTAPO (Geheime Staatspolizei)

  • ursprünglich aufgelöste Länderpolizei; ab 1934 von Himmler geleitete Einheit
  • umfassendes Überwachungssystem durch Zivilfahnder und Spitzel in der Bevölkerung
  • nutzten ohne rechtliche Kontrolle "Schutzhaft", Arbeits- und Konzentrationslager, Folter, Mord
  • durch Denunziationen aus der Bevölkerung unterstützt
  • später Reichssicherheitshauptamt (RSHA)
    • Organisation von Terrormaßnahmen, Massenmorden, "Endlösung der Judenfrage"

Alltag im NS-Staat

  • Das öffentliche Leben wurde neu organisiert
    • Führerkult und Führerdiktatur
    • Durch Nutzung neuer Medien (wie Radio und Tonfilm)
    • Durch Gleichförmigkeit und Gleichzeitigkeit vieler Aktionen (Feiern, Veranstaltungen, usw.)
  • NS-Feiern vermittelten das lang vermisste Gemeinschaftsgefühl (z.B. Umzüge, Feiern, Veranstaltungen, Geburtstag Hitlers)
  • Durch Übernahme von Ämtern in der NSDAP konnte man seine soziale Stellung wesentlich verbessern und hatte Macht über sozial höhergestellte Mitbewohner
  • Die NSDAP-Mitgliedschaft war für den sozialen Aufstieg wesentlich wichtiger als Schulabschlüsse
  • Unterstützung von Arbeitslosen, z.B. Winterhilfswerk (um das Gefühl einer überlegen Volksgemeinschaft darzustellen)
  • Gesellschaftliche Gruppen wurden aufgelöst (z.B. Sport- und Gesangsvereine, Gewerkschaften) uns im Sinne der NSDAP neu organisiert (Deutsche Arbeiter Front DAF)
  • Einführung des Hitlergrußes ins öffentliche Leben (Einfluss bis in private Umgangsformen)
  • Wer sich nicht die Reden des Führers anhörte und darüber Auskunft geben konnte, machte sich verdächtig
  • Die Justiz wurde gleichgeschaltet
  • Terror durch Geheime Staatspolizei (GESTAPO) war legal
  • Durch Berichte über KZs wurde die Bevölkerung zusätzlich eingeschüchtert
  • Zunehmende Judenverfolgung wurde oft passiv und kritiklos hingenommen
    • → Gesellschaftliche Ausgrenzung der Juden
    • 01.04.1933 Geschäftsboykotte gegen Juden
    • 10.05.1933 Bücherverbrennungen
    • 09.11.1938 Reichspogromnacht/ Kristallnacht
  • Alle kulturellen Tätigkeiten wurden in der Reichskulturkammer zentral zusammengefasst
    • → Zerstörung kultureller Vielfalt; missliebige Künstler erhielten Berufsverbot (entartete Kunst; z.B. Ernst Balach)
  • Eintopfsonntage
  • Regelmäßige Veranstaltungen von HJ und BDM prägten den Alltag der Jugend

Beispiele

Arbeitergewerkschaften

  • Zerschlagung freier Gewerkschaften und Ersetzung durchbeinheitliche "Deutsche Arbeitsfront" (DAF) (2.5.1933)
  • Sozialpolitische Maßnahmen, wie Arbeitsbeschaffungsprogramme, zur Beseitigung von Arbeitslosigkeit
  • "Kraft durch Freude" (KdF) (Amt der DAF)
    • Organisation von Urlaubs- und Freizeitangeboten für die Arbeiterschaft (wurde vor allem von Angestellten und weniger von klassischen Arbeitern genutzt)

Rolle der Frau

  • Prägung durch "Mutterklut": Reduzierung der Frau auf ihre Gebährfähigkeit
  • Ehrung durch das "Mutterkreuz" und Förderung durch Kindergeld, Ehestandsdarlehen, Steuererleichterungen
  • Ablehnung der weiblichen Berufstätigkeit → Sollten nur für die Familie dar sein
  • Frauenerwärbstätigkeit nahm nicht ab. Ursache war unter anderem, die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Kriegswirtschaft.
  • Frauen durften keine politischen Ämter bekleiden, waren aber in eigenen Organisationen vertreten (Bund deutscher Mädel, Nationalsozialistische Frauenschaft NSF) und übernahmen dort Führungspositionen.

Jugend

  • Massenorganisationen wie Hitler-Jugend und BDM
    • Großer Anlauf aufgrund von Freizeitangeboten (Zeltlager, Geländespiele, Sportaktivitäten)
    • Chancen zur Emanzipation, da soziale Herkunft irrelevant
    • Ab 1936: Mitgliedsverpflichtung
    • starke Prägung der Jugend mit ideologischen Leitbildern
    • Erziehung eines "Nationalsozialistischen Geistes"
    • Kleine oppositionelle Gruppen (Katholische Jugendverbände, "Edelweißpiraten", "Swingjugen") widersetzten sich vormilitärischer Ausbildung in der HJ → Keinen nennenswerten Einfluss
    • Später: Kriegsdienst für HJ-Mitglieder
  • Schule:
    • Schulwesen in seiner Struktur weitgehend erhalten
    • fächerübergreifende Integration von "Rassenkunde" (z.B. Geschichte und Biologie)
    • Entlassung jüdischer Lehrer (später auch Schüler) aus staatlichen Schulen

Gemeinschaftsfremde

  • Verfolgung von: politischen Gegnern (v.a. Kommunisten und Sozialdemokraten, "Nicht-Arier", Juden, alte und kranke Menschen, Obdachlose, "Asoziale", Prostituierte, Homosexuelle, Kriminelle, Sinti und Roma, slawische Minderheiten)
  • öffentliche Demütigungen, meist mit umgehängten Schildern (z.B. "Ich bin aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen")

Euthanasie

  • Vorgehen gegen: geistig, seelisch, körperlich Kranke und Behinderte
  • Maßnahmen:
    • Zwangssterilisation
    • Euthanasie (eigentlich Sterbehilfe)
    • In als Heil- und Pflegeheime getarnte Vernichtungslager durch Nahrungsentzug, Medikamentenüberdosis, Giftspritzen oder Gas ermordet

Konzentrationslager

  • Deportation und Ermordung Hunderttausender Sinti und Roma sowie Juden
  • Grundlage: Klassifikation als "Untermenschen" im Sinne der NS-Rassenideologie
  • zwischen 200.000 und 500.000 Sinti und Roma dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer gefallen

Jugend unterm Hakenkreuz

Ziele

  • Jugend im Sinne der NS-Ideologie zu erziehen
  • Jugend soll dem NS-Staat unkritisch und gehorsam gegenüberstehen
  • Jungen sollen gute Soldaten und Parteimitglieder sein
  • Mädchen sollen willige Mütter sein

Fazit: Jugend soll schmerzunempfindlich, herrisch und führertreu sein.

Maßnahmen

  • Umgestaltung der Schule im Sinne der NS-Ideologie:
    • Entlassung, Umerziehung und Kontrolle von Lehrern
    • Einführung neuer Lehrpläne und Lehrbücher
    • Neben staatlichen Schulen entstanden Internatsschulen mit rassistischen, ideologischen, militärischen Schwerpunkten (z.B. NAPOLA-Schulen, A.Hitler-Schulen)
  • Jugendorganisationen:
Geschlecht 10. - 14. Lebensjahr 14. - 18. Lebensjahr 18. - 21. Lebensjahr
männlich Jungvolk Hitlerjugend ursprünglich:
  • 1,5 Jahre Arbeitsdienst
  • 1,5 Jahre Wehrdienst

während des Krieges:

  • sofort Kriegsdienst
weiblich Jungmädel Bund Deutscher Mädel (BDM) 1,5 Jahre Arbeitsdienst

Rolle der Frau im NS-Staat

Zielvorstellungen:

  • Welt der Männer sei Staat, Ringen und Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft
  • Welt der Frauen sei ihr Mann, ihre Familie, Kinder und ihr Haus. Sie kümmere sich ausschließlich um die kleine Welt im Privaten.

→ Frau sei dem Mann untergeordnet; Emanzipation/ Gleichberechtigung kategorisch abgelehnt (als "vom jüdischen Intellekt erfunden")

Maßnahme: Ehestandsdarlehen (Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit von 1933)

  • 1.000 Reichsmark als Ehestandsdarlehen bei Eheschließung
  • Bedingung: Ehefrau darf nicht arbeiten

Widerstand im 3. Reich

Widerstandsgruppen

Rote Kapelle

  • Lose Netzwerke aus überlappenden Freundeskreisen verscheidener sozialer und politischer Milieus
  • Wichtige Teilgruppen um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen
  • Ziel: Ausland über drohende Kriegsgefahr informieren
  • Ergebnis: 1942: Verhaftung von 120 Mitgliedern und 49 Hinrichtungen