Zum Inhalt springen

Nachkriegsdeutschland

Aus nice2know

Ergebnisse des zweiten Weltkrieges und des Faschismus

  • Sieg der Anti-Hitler-Koalition
  • Bedingungslose Kapitulation Deutschlands (8. Mai 1945)
  • Zerschlagung und Besetzung Deutschlands (Aufteilung in 4 Besatzungszonen)
  • 11 Millionen Deutsche in Kriegsgefangenschaft
  • Ca. 5,5 Millionen Todesopfer (Sowjetunion ca. 22 Mio, Polen ca. 4,5 Mio, Japan ca. 1,8 Mio, USA 250.000 Opfer)
  • Holocaust an ca. 6 Millionen Juden
  • 35 Mio Kriegsversehrte
  • Ca. 14 Millionen deutsche Vertriebene
  • Großflächige Zerstörung von Städten, Versorgungsanlagen und Infrastruktur
  • Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen, Westpreußen, Schlesien, Siebenbürgen, Sudetenland, Besarabien

Konferenz von Potsdam (17.07. - 02.08.1945)

  • Die Besatzungsmächte kontrollieren Deutschland und leiten die Verwaltung
  • Ursprüngliches Ziel: D. sollte vor allem Agrarland werden
  • 4 Ds: Demilitarisierung, Demokratisierung, Denazifizierung, Dezentralisierung
  • Vollständiges Entwaffnung
  • Kontrolle über Rüstungsindustrie (Stahl und Kohle)
  • Aufbau demokratischer Parteien
  • Säuberung der Verwaltung von SS
  • Freie Wahlen
  • Auflösung sämtlicher NS-Organisationen
  • Bestrafung von NS-Verbrechen, Umerziehung der deutsch Bevölkerung
  • Förderung des Föderalismus
  • Zerschlagung/ Kontrolle von Wirtschaftsunternehmen

Der Kalte Krieg

"Kalter Krieg"

  • Eigentlich eine Bezeichnung für ein Zustand eines Staatensystems, der kriegsähnlich ist, aber keine difekt militärischen Angriffe erfolgen
  • Heute eher als allgemeiner Epochenbegriff gebräuchlich für die Zeit zw. 1945-90
  • Konfrontation USA - Sowjetunion / Gesellschaften Kapitalismus - Sozialismus
  • Wettrüsten, Sabotage, Boykott Internationaler Großereignisse
  • Geheimdienstoperationen
  • Krieg unter Wasser/ mit U-Booten

"Ost-West-Problem"

  • Beschreibt die zunehmend unterschiedliche Entwicklung zwischen den westlichen, amerikanisch geprägten Ländern und den östlichen, sowjetisch geprägten Ländern
  • Komplexe Verhältnisse zwischen den Seiten und wachsendes Misstrauen
  • In Europa weitestgehend friedlich, aber verschiedene Stellvertreterkriege und Konflikte:
  • Berlin-Blockade 1948/49
  • Koreakrieg Anfang 1950er
  • Kubakrise 1962
  • Dazwischen auch Perioden geringer Intensität oder "Entspannung"

Außenpolitische Leitlinien USA:

  • Überzeugung, dass Demokratie und Freihandel die besten Garanten für Weltfrieden seien
  • Atlantik-Charta:
    • Selbstbestimmungsrecht der Völker bei der Wahl ihrer Regierungsformen
    • Garantie der Unabhängigkeit und Souveränität der einzelnen Staaten
    • Wirtschaftliche Gleichberechtigung
    • Verzicht aller Staaten auf jede Form von Gebietserweiterung
  • Ziel: Rückkehr zum Isolationismus verhindern
  • Truman-Doktrin und Politik der Eindämmung des Kommunismus
  • Marshallplan verspricht finanzielle und wirtschaftliche Hilfen für westeuropäische Länder, um diese stärker an die USA und den Kapitalismus zu binden

Außenpolitische Leitlinien der UdSSR:

  • Bestreben Stalins, Weltmachtstellung zu erhalten und weiter auszubauen
  • Sicherheitsgürtel in Mittelosteuropa mit sowjetfreundlichen Regierungen entgegen der Atlantik-Charta
  • Verständnis des globalen Klassenkampfes gegen amerikanische Politik

Erinnerungskultur in Ost und West

Alltag in der unmittelbaren Nachkriegszeit

Ost

  • Maximalziel, eines von westlichen Einflüssen befreites Deutschland, das eng an die UdSSR gebunden ist
  • Minimallösung, eines Aufbaus eines kommunistischen Systems in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ)
  • Offizielles Ziel einer gesamtdeutschen Lösung (Hoffnung auf Reparaturen aus dem Westen)
  • Interne Strukturreformen zur Entwicklung in ein kommunistisches Herrschafts- und Gesellschaftssystem
  • Beschlagnahmung des gesamten Eigentums des deutschen Staates, der NSDAP und der Wehrmacht
  • Verstaatlichung der Wirtschaft, Bodenreform (Planwirtschaft)

West

  • Zuerst kontrollierte deutsche Industrie bei gleichzeitiger Entmilitarisierung
  • Wegen zunehmender Spannungen: rascher politischer und wirtschaftlicher Wiederaufbau
  • Verschmelzung von amerikanischem und britischem Sektor (Bizone)
  • Wirtschaftliches Hilfsprogramm (Marshallplan), Währungsreform
  • Ökonomischer Wiederaufbau Deutschlands
  • Berlin-Blockade 1948/49
  • Ruinen und Wohnungsnot
  • Kälte und Hunger (Hungerwinter)
  • "Hamstern" und Rationierung der Lebensmittel
  • Schwarzmarkt mit Zigaretten, Nylonstrümpfe und Schokolade

Unterschiede in der Erinnerungskultur

DDR:

  • Verbindliche politische Botschaft der Befreiung
  • 8. Mai: Siegesfeiern, Kundgebungen, Kranzniederlegungen
  • Zahlreiche sowjetische Ehrenfriedhöfe und Denkmäler (Ehrung vor allem sowjetischer Opfer)

BRD:

  • Gemischte Ansichten
  • Befreiung von NS-Diktatur mit politischem Neubeginn einerseits
  • Niederlage bzw. Zerfall des deutschen Nationalstaates andererseits
  • Immer auch als Beginn der deutschen Teilung gesehen
    • R.v. Weizsäcker (8. Mai 1945)

Chronologie der BRD

Datum Ereignis
8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation Deutschlands
1. Januar 1947 Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Zone zur Bizone
5. Juni 1947 Ankündigung eines US-Hilfsprogrammes für Europa (Marshallplan, trat am 3.4.1948 in Kraft)
5./6. Juni 194 Konferenz der Deutschen Ministerpräsidenten in München
20. Juni 1948 Währungsreform in den 3 Westzonen
24. Juni 1948 Beginn der Berlin-Blockade (bis 12. Mai 1949)
1. September 1948 Zusammentreten des parlamentarischen Rates zur Erarbeitung eines Grundgesetzes
23. Mai 1949 Verkündung des Grundgesetzes
14. August 1949 Wahlen zum ersten Bundestag
  • Erster Bundeskanzler: Konrad Adenauer

Chronologie der DDR

Datum Ereignis
8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation Deutschlands
Ab Herbst 1945 Bodenreformen
21./22. April 1946 Gründung der SED
Ab 17. April 1948 Industriereform (Verstaatlichung und Enteignung)
26. Juni 1948 Währungsreform
7. Oktober 1949 Gründung der DDR
  • Erster Ministerpräsident: Wilhelm Pieck