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Der Tod ist mein Beruf

Aus nice2know

Kapitel

1913

Figuren

  • Rudolf Lang (Protagonist, 13 Jahre alt)
  • sein Vater (Oberst beim Militär)
  • seine Mutter Martha
  • seine Schwestern Gerda und Bertha
  • die Hausmädchen Maria
  • sein Onkel Franz Lang
  • sein Schulfreund Hans Werner
  • Pater Thaler

Inhalt

  • Vorstellung des Protagonisten Rudolf Lang, 13 Jahre alt, und seiner Kindheit
  • Prägung durch seinen stark konservativen und katholischen Vater, der einen schroffen, befehlenden Umgangston pflegt. Rudolf sträubt sich davor, das Arbeitszimmer seines Vaters zu betreten. Tut er es doch, so steht er stets militärisch stramm. Die Dialoge mit dem Vater sind weitestgehend einseitig. Rudolf bejaht oder verneint nur. Sein Vater informiert Rudolf über den Zukunftsplan für ihn: er solle Pastor werden. Als Grund nennt der Vater ein Ereignis in Paris, auf das er nicht weiter eingeht. Er sei "krank" gewesen.
    • Vermutung: Der Vater ist selbst Militär. Auch wenn er in seiner erzieherischen Rolle sehr autoritär auftritt, könnte dieses Ereignis in Paris ihn dazu veranlasst haben, keine militärische Karriere für seinen Sohn zu wollen. Als Geistlicher hätte Rudolf gute Chancen haben können, in einem möglichen Krieg recht unbeschadet davon zu kommen. Die Bedeutung dieses Ereignisses in Paris bleibt vorerst ungeklärt, sein Onkel Franz scheint jedoch mitwissend zu sein.
    • Charakter: Durch den autoritären Erziehungsstil lernt Rudolf nicht, eigenständig und kritisch zu Denken - er wurde zum Gehorsam erzogen. Er ist stets auf die von seinem Vater vorgegebenen Befehle und Routinen angewiesen. Als sein Vater später stirbt (acht Tage vor Kriegsbeginn 1914), zeigt er anfänglich Anzeichen von Angstzuständen, wenn seine bekannten Routinen unterbrochen werden. Rudolf geht jedoch schnell dazu über, diese Routinen (vor allem regelmäßiges Messegänge, wie sein Vater) proaktiv in seinem Alltag zu verantworten, auch gegenüber seiner Mutter, die sich nach des Vaters Tod für eine liberalere Erziehung und Entwicklung ausspricht.
  • Rudolf erhält kaum Zuneigung in seiner Familie. Verdeutlich wird dieser Umstand durch das wiederkehrende Motiv des zugekehrten Rückens zu Beginn des Kapitels. Seine Versuche, Blickkontakt aufzubauen (vor allem zu seiner Mutter), werden fast nie erwidert.
    • Charakter: Rudolf lernt schnell, eigenständig zu sein. Seinen Mitmenschen kann er nicht vertrauen.
  • Emotionale Bezugsperson für Rudolf ist (noch am ehesten) das Hausmädchen Maria. Zumindest ist sie ihm sympathisch. Nach einem Vorfall in der Schule ist Rudolf für zwei Tage krank. Während dieser Zeit verlässt Maria den Haushalt. Rudolf fühlt sich verletzt, denn in seiner Familie ist er nun endgültig allein.
    • Charakter: Das Hausmädchen Maria ist hier durchaus symbolisch als die Jungfrau Maria zu verstehen. Ihr Fortgehen besiegelt auch die Absage Rudolfs an den Glauben. Zitat: "Auch Maria hatte mich im Stich gelassen." Vor allem dem Schulpastor Thaler, dem er sich nach dem Vorfall in der Schule anvertraute, misstraut er fortan, da er glaubt, Thaler habe ihn hintergangen. Auch als sich dieser Vorwurf als nichtig erweist, weicht Rudolf nicht von seiner Ablehnung ihm gegenüber zurück.
  • Nach der Verkündung des Ausbruchs des ersten Weltkrieges (anfänglich der Krieg gegen Frankreich) entwickelt Rudolf ein starkes Feindbild gegenüber den Franzosen. Über ein Bildnis des Teufels, dass der Vater im Korridor vor der Wohnung aufhing, heißt es: "[Ich] strich das Wort unter der Zeichnung: >Der Teufel< aus und schrieb darunter: >Der Franzose.<"

Das Kapitel stellt die frühe und vor allem deshalb entscheidende Prägung Rudolfs vor: sein Vater. Lange Zeit in seinem Schatten aufwachsend, verängstigt durch seine bestimmende Erziehung, ergreift Rudolf doch die Absicht, wie sein Vater leben und vor allem kämpfen zu wollen.

1916